Versicherer R+V wächst kräftig - Kfz-Sparte schreibt schwarze Zahlen
Die genossenschaftliche R+V Versicherung ist im vergangenen Jahr stärker gewachsen als die Branche. Die Beitragseinnahmen stiegen um 8,6 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro, wie die DZ-Bank-Tochter am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Das Erstversicherungs-Geschäft im Inland legte „trotz global weiter herausfordernder Rahmenbedingungen und einer schwachen deutschen Wirtschaft“ um 9,3 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro zu. „Wir haben damit einen großen Schritt hin zu unserem Beitragsziel von 25 Milliarden Euro gemacht, das wir (…) bis 2030 erreichen wollen“, sagte Vorstandschef Norbert Rollinger. Die R+V wolle dabei das Potenzial der Genossenschaftsbanken stärker nutzen, über die sie die meisten Policen verkauft.
In der Lebens- und Rentenversicherung kletterten die Beiträge 2025 um 12,1 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem das Geschäft mit Einmalbeiträgen bei, das um fast 29 Prozent zulegte. Policen mit Einmalbeiträgen werden zumeist als reine Kapitalanlage verwendet. Die laufenden Beiträge stiegen in einem stagnierenden Markt um 2,1 Prozent.
In der Schaden- und Unfallversicherung steigerte die R+V die Einnahmen um 6,7 Prozent auf 8,0 Milliarden Euro. Dabei schrieb die Kfz-Versicherung, wo sich die R+V als Nummer drei im Markt sieht, mit einer Schaden-Kosten-Quote von 96 (2024: 103) Prozent operativ wieder schwarze Zahlen. Die Beitragseinnahmen stiegen um 9,6 Prozent. Die Kfz-Versicherer stemmen sich seit Jahren mit Beitragserhöhungen gegen steigende Kosten für Ersatzteile und Reparaturen.
Die R+V ist gemessen an den Beitragseinnahmen die Nummer vier unter den deutschen Versicherungskonzernen. Für das neue Jahr rechnet sie erneut mit einem Wachstum. „Voraussetzung dafür sind aber auch die richtigen Rahmenbedingungen, die die Politik schaffen muss“, sagte Rollinger, der auch Präsident des Branchenverbandes GDV ist. Es fehlten weiterhin mutige Reformen, die die Standortbedingungen für Unternehmen verbessern und so Zuversicht und Investitionen fördern. Dazu gehöre auch der Abbau von Überregulierung und Bürokratie.