Studie

KI-Boom macht Haushalte reicher - Geldvermögen auf Rekordhoch

München | 29.09.2026 | Reuters

Der KI-getriebene Boom an den Börsen hat das weltweite Geldvermögen im vergangenen Jahr einer Allianz-Studie zufolge auf einen Rekordwert getrieben. Die privaten Haushalte saßen zum Jahresende auf 268,4 Billionen Euro, das waren 8,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie aus dem jährlichen „Allianz Global Wealth Report“ des Münchner Versicherungskonzerns hervorgeht, der am 29. September veröffentlicht wurde. Vier Fünftel des Zuwachses gingen auf Wertsteigerungen zurück, getrieben vor allem von Wertpapieren, die wegen der hohen Bewertungen von Aktien rund um die Künstliche Intelligenz (KI) um 12,4 Prozent zulegten. „KI könnte zum nächsten großen Motor der Vermögensbildung werden“, sagte Katharina Utermöhl, Head of Thematic & Policy Research bei Allianz Research. „Doch entscheidend ist, wer die Vermögenswerte besitzt – und damit an den Erträgen teilhat.“

Für das laufende Jahr rechnet die Allianz mit einem weiteren Vermögenszuwachs um neun Prozent – für Deutschland dagegen nur mit vier Prozent mehr. Denn die deutschen Haushalte legen weiterhin konservativer an und können deshalb nicht mit den weltweiten Zuwächsen mithalten. Ihr Brutto-Geldvermögen legte 2025 um 4,9 Prozent auf 9,9 Billionen Euro zu. 2024 waren es noch 7,4 Prozent. Mehr als zwei Drittel des Zuwachses entfiel auf Neuanlagen, Wertsteigerungen machten nur 31 Prozent aus. Das deutsche Vermögenswachstum bleibe überwiegend spargetrieben, erklärten die Allianz-Experten. Die Deutschen legten 319,3 Milliarden Euro neu an, 38 Prozent davon flossen in Wertpapiere. Damit hatten aber Wertpapiere in ihren Portfolios mit 37,1 Prozent erstmals einen höheren Anteil als Bankeinlagen mit 36,4 Prozent.

Mit einem Netto-Geldvermögen von 91.780 Euro pro Kopf liegt Deutschland im weltweiten Vermögens-Ranking unverändert auf Platz zwölf. Mehr als dreimal so viel haben die US-Amerikaner als Spitzenreiter auf der hohen Kante: 296.950 Euro, fast zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor, gefolgt von den Schweizern (275.980 Euro). Auf Rang drei haben sich die Dänen geschoben.

Die Inflation frisst allerdings einen großen Teil der Vermögenszuwächse auf – vor allem in Europa. „Seit 2019 ist das nominale Geldvermögen um 50 Prozent gestiegen, real, also bereinigt um die Inflation, jedoch nur um 23 Prozent“, sagte Ludovic Subran, Chefvolkswirt und Chefanlagestratege der Allianz. In Westeuropa liege das reale Geldvermögen sogar nur 0,5 Prozent über dem Niveau von 2019 – in China seien es 70 Prozent.


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