Deutlich mehr Opfer von Cyberkriminalität in Deutschland
Jeder Zehnte in Deutschland ist im vergangenen Jahr einer Studie zufolge Opfer von Cyber-Attacken geworden. Die Zahl der Betroffenen ist damit im Vergleich zu 2024 deutlich gestiegen, als sie bei sieben Prozent lag. Dies geht aus dem am 11. Mai veröffentlichten „Cybersicherheitsmonitor“ des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen Kriminalprävention (ProPK) hervor. Besonders häufig gab es Betrug beim Onlineshopping (22 Prozent), Fremdzugriffe auf Online-Konten (14 Prozent), Betrug beim Online-Banking (13 Prozent) und das Abgreifen von Daten durch Phishing (zwölf Prozent).
Die Folgen sind für die Betroffenen oft erheblich. Fast neun von zehn Opfern (88 Prozent) berichten von einem Schaden. Neben finanziellen Verlusten, die ein Drittel beklagte, nannten die Befragten auch Vertrauensverlust in die genutzten Dienste (29 Prozent), einen hohen Zeitaufwand (23 Prozent) und emotionale Schäden wie Kränkung oder Angst (20 Prozent).
Die Studie deckt auch eine erhebliche Lücke zwischen Wissen und Handeln auf. Als häufigster Grund für mangelnden Selbstschutz wird ein zu hohes Sicherheitsgefühl genannt (27 Prozent). Knapp ein Viertel fühlt sich zudem von den Schutzinstrumenten überfordert oder hält sie für zu kompliziert. Besonders sorglos zeigen sich junge Menschen.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner forderte, die Verantwortung nicht allein bei den Nutzern abzuladen. „Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssen sichere Produkte und Dienste zum Standard machen“, sagte sie. Cybersicherheit müsse im Alltag einfacher und verständlicher werden. Die Vorsitzende der Polizeilichen Kriminalprävention, Stefanie Hinz, erklärte, die Polizei mache die Vorgehensweisen der Täter transparent, um ihnen den Boden zu entziehen.
Für den „Cybersicherheitsmonitor“ wurden im Januar dieses Jahres 3060 Personen ab 16 Jahren befragt.