Bankenverband

BdB: Klimarisiken bei der Vergabe von Krediten verankern

Frankfurt am Main | 20.06.2022 | Reuters

Der deutsche Bankenverband rechnet bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des ersten Klimastresstests der EZB Anfang Juli mit keinen bösen Überraschungen. Nach einer internen Umfrage erwartet der Bundesverband der deutschen Banken (BdB), dass die rechnerischen Verluste für den Bankensektor im Durchschnitt nicht existenzbedrohend seien.

Für die deutschen Geldhäuser bliebe die Transformation der Wirtschaft vor dem Hintergrund des Klimawandels die größte Herausforderung. „Wir stehen vor einem Jahrzehnt des radikalen Wandels und der Investitionen. Der Kapitalbedarf der Wirtschaft ist gewaltig und die Zeit drängt“, sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, in einem Pressegespräch am Montag.

Der Bankenverband hält es für unbegründet, langfristige Klimarisiken mit Kapital zu unterlegen. Die Szenarien des Klimastresstests seien mit hoher Unsicherheit belegt. „Entscheidend ist deswegen nicht die Kapitalausstattung, sondern die richtige Strategie und die Klimarisiken konsequent im Kreditvergabeprozess zu verankern“, sagte Torsten Jäger, Leiter Nachhaltigkeit beim BdB. Den Stresstest betrachtet der Bankenverband auch als Katalysator für das ESG-Risikomanagement der Geldhäuser. Vor dem Hintergrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS haben laut Bankenverband die Finanzinstitute auch das Thema Greenwashing im Blick.

Die EZB leitete Ende Januar den ersten Klimastresstest für europäische Banken ein. Damit will die Notenbank die finanziellen und wirtschaftlichen Risiken erfassen, die sich aus dem Klimawandel für die Kreditinstitute ergeben. Der Test zielt auf spezifische Vermögensklassen ab, die den Risiken des Klimawandels ausgesetzt sind. Die deutsche Bankenbranche forderte im Februar die EZB auf, aus dem Klimastresstest keine Kapitalvorgaben für die Geldhäuser abzuleiten.


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