ESG weiterdenken

Nachhaltigkeit als Stabilitätsfaktor

Titelthema | 01.10.2026 | Philipp Schultheiß

Nachhaltigkeit steht in vielen Unternehmen und Kreditinstituten nicht mehr ganz oben auf der Tagesordnung. Doch deswegen verschwindet das Thema nicht. Nachhaltigkeit muss nur anders eingeordnet werden. Und gerade Genossenschaftsbanken sind prädestiniert, ihre Kunden in Veränderungsphasen verlässlich zu begleiten.

Die Dynamik beim Thema Nachhaltigkeit hat spürbar nachgelassen. Dies zeigt beispielsweise der Sustainability Transformation Monitor 2026. So verliert nach dieser Studie bei 59 Prozent der Unternehmen aus Real- und Finanzwirtschaft Nachhaltigkeit intern an Priorität. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei nur rund 14 Prozent.

Die Gründe dafür sind für sich genommen nachvollziehbar. Unternehmen und Banken erleben eine Phase hoher Unsicherheit. Konjunkturschwäche, geopolitische Spannungen, hohe Kosten, Fachkräftemangel, Digitalisierung, Margendruck und umfangreiche regulatorische Anforderungen konkurrieren um Aufmerksamkeit und Ressourcen. Bereits der Sustainability Transformation Monitor 2025 zeigte, dass unsichere politische und regulatorische Rahmenbedingungen das Nachhaltigkeitsengagement bremsen. In der Realwirtschaft nannten 71,4 Prozent der Befragten dieses Hemmnis, in der Finanzwirtschaft sogar 79,4 Prozent der Befragten.

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass vielerorts der Stellenwert von Nachhaltigkeitsinitiativen neu bewertet und die Frage gestellt wird, ob Nachhaltigkeit jetzt wirklich noch Priorität haben muss. Aus Bankensicht spricht viel dafür, das Thema nicht zurückzustellen, sondern vielleicht anders einzuordnen als bisher.

Entlastung richtig einordnen

Nach Jahren wachsender regulatorischer Anforderungen erfolgt gerade eine Phase der Konsolidierung. Mit dem Omnibus-Paket, Erleichterungen bei Berichtspflichten und der stärkeren Betonung von Proportionalität kann der Eindruck entstehen, Nachhaltigkeit verliere an Bedeutung. Dieser Eindruck greift jedoch zu kurz.

Die Politik kann Berichtspflichten lockern. Physische und transitorische Risiken verschwinden dadurch jedoch nicht aus den Bankbilanzen. Die Bundesbank weist in ihrem Monatsbericht vom April 2026 darauf hin, dass Nachhaltigkeitsrisiken für Banken und Aufsicht weiter an Bedeutung gewinnen. Sie wirken als Risikotreiber auf bestehende Risikoarten, insbesondere auf das Kreditrisiko. Sie gehören daher nachvollziehbar in Strategie, Risikoinventur, Risikomanagement, Kreditprozesse, Stresstests und Portfoliosteuerung.

Wird Nachhaltigkeit nur als bürokratisches Zusatzprogramm verstanden, gerät sie in schwierigen Zeiten schnell ins Hintertreffen. Für Banken ist dies eine zu enge Perspektive. Denn die relevanten Fragen bleiben:

  • Wie wirken Energiepreise auf Geschäftsmodelle und Cashflows der Firmenkunden?
  • Wie verändern Klimarisiken Standorte, Immobilien und Sicherheiten?
  • Wie sichern Unternehmen Fachkräfte, Nachfolge, verlässliche Führungsstrukturen und Lieferketten?
  • Welche Investitionen sollten Kunden heute tätigen, um morgen wettbewerbsfähig zu bleiben?
  • Welche Portfoliorisiken entstehen in Banken, wenn notwendige Anpassungen auf Kundenseite aufgeschoben werden?

Der Anpassungsdruck bleibt

Die aktuellen Erleichterungen sind begrüßenswert. Sie erfordern aber eine differenzierte Betrachtung. Wenn Kunden und Banken geringere Berichtspflichten so verstehen, als sei auch der wirtschaftliche Anpassungsdruck gesunken, kann ein ökonomischer Fehlschluss entstehen.

Ein Unternehmen, das heute notwendige Investitionen in Energieeffizienz, neue Technologie oder die Anpassung des Geschäftsmodells aufschiebt, kann kurzfristig eigene Liquidität schonen. Mittelfristig können aber steigende Energiekosten, CO₂-Preise, veränderte Kundenanforderungen oder regulatorische Vorgaben die Ertragslage belasten. Dann wird aus einem aufgeschobenen Investitionsbedarf ein Bonitätsproblem.

In der Bankpraxis ist Nachhaltigkeit nicht in erster Linie ein moralischer Maßstab. Sie ist Teil einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung von Risiken und künftiger Ertragskraft. Natürlich berücksichtigen Banken, ob Kunden und deren Geschäftsmodelle zu ihren Werten, ihrem Risikoverständnis und ihrer Reputation passen. Für die Kreditentscheidung bleibt jedoch die wirtschaftliche Tragfähigkeit maßgeblich. Eine Bank muss beurteilen, ob ein Kunde seine Verpflichtungen auch unter veränderten Rahmenbedingungen wahrscheinlich erfüllen kann. Transformationsrisiken erweitern diese vorausschauende Bonitätsbeurteilung um Faktoren, die oft erst zeitversetzt sichtbar werden, dann aber erhebliche Wirkung auf Margen, Liquidität und Kapitaldienstfähigkeit entfalten können.

In der Bankberatung wird diese Perspektive konkret. Wenn beispielsweise ein energieintensiver Betrieb unter steigenden Energiekosten leidet oder Investitionen in effiziente Technik verschiebt, ist das mehr als ein Nachhaltigkeitsthema. Es betrifft Margen, Liquidität und Kapitaldienstfähigkeit. Im Dialog mit den Kunden kann sich der Blick dann verschieben. Weniger auf die Frage, ob ein Kunde „nachhaltig“ ist, sondern stärker auf die wirtschaftlich relevanten Anschlussfragen: Welche Anpassungen sind notwendig, welche Investitionen sind tragfähig und wie können sie finanziert werden?

Von ESG-Informationen zur Resilienzperspektive

Für Banken reicht ein statischer Blick auf ESG-Kennzahlen nicht aus. Ihr Nutzen zeigt sich dort, wo sie Hinweise auf künftige Risiken oder Investitionsbedarfe geben. Eine Bank erfasst damit nicht nur, welche Nachhaltigkeitsmerkmale ein Kunde heute erfüllt. Relevant wird vor allem, welche Veränderungen sein Geschäftsmodell in den kommenden Jahren wirtschaftlich treffen können – und ob er darauf vorbereitet ist.

Aus Sicht des BVR sollte aus der ESG-Perspektive deshalb eine Resilienzperspektive werden. Resilienz bedeutet hier die Fähigkeit eines Unternehmens, veränderte Rahmenbedingungen wirtschaftlich zu bewältigen. Damit wird klar, dass Nachhaltigkeit nicht auf Themen wie Klima und Energie verengt werden darf. Diese Aspekte stehen derzeit zwar besonders sichtbar im Vordergrund, weil sie unmittelbar auf Kosten, Investitionsbedarf, Sicherheiten und Geschäftsmodelle wirken. Aber ESG ist breiter. Fachkräftesicherung, Ausbildung, Unternehmensnachfolge, regionale Teilhabe, solide Unternehmensführung, transparente Entscheidungswege und verantwortliche Lieferketten sind ebenfalls Resilienzfaktoren.

Ein Betrieb ohne Nachfolgelösung, mit hoher Personalfluktuation oder schwacher kaufmännischer Steuerung kann aus Banksicht ebenso an Tragfähigkeit verlieren wie ein Unternehmen mit hohen Energiekosten. Auch Natur- und Biodiversitätsrisiken rücken stärker in den Blick. Böden, Wasserverfügbarkeit, Bestäubung, Flächennutzung und regionale Ökosysteme sind für viele Geschäftsmodelle keine Randbedingungen, sondern wirtschaftliche Grundlagen.

Für Genossenschaftsbanken ist dieser Blick vertraut. Viele Kunden – ob kleine und mittlere Unternehmen, Handwerksbetriebe, landwirtschaftliche Betriebe, Immobilienbesitzer, Vereine, Kommunen oder regionale Projektträger – befinden sich mitten im Wandel. Sie brauchen keine pauschalen Schablonen. Sie benötigen Finanzierungspartner, die ihre Lage verstehen. Genau darin liegt die Stärke der genossenschaftlichen Beratung. Nähe zum Kunden, Kenntnis des regionalen Marktes und langfristige Geschäftsbeziehungen ermöglichen eine Beurteilung, die tiefer geht als eine reine Kennzahlenbetrachtung.

Transformation ist genossenschaftliche Normalität

Transformation ist heute ein Leitbegriff wirtschaftlicher Veränderung. Für Genossenschaftsbanken ist der dahinterliegende Auftrag wohlbekannt. Struktureller Wandel gehört seit jeher zu ihrem Geschäftsmodell. Die genossenschaftliche FinanzGruppe ist entstanden, weil Menschen und Unternehmen in Umbruchphasen Zugang zu Finanzierung, Solidarität und wirtschaftlicher Selbsthilfe brauchten.

Seit mehr als 170 Jahren begleiten Genossenschaftsbanken ihre Mitglieder durch Veränderungen – von der Mechanisierung der Landwirtschaft über den Wiederaufbau und den Strukturwandel im Mittelstand bis hin zur Digitalisierung. Immer wieder mussten Geschäftsmodelle angepasst und Investitionen finanziert werden. Heute heißen die Themen Dekarbonisierung, Energieeffizienz, Wärmewende oder Anpassung an Klimafolgen. Die Grundfrage ist den genossenschaftlichen Instituten bestens vertraut und die zentrale Frage lautet nach wie vor: Wie bleiben unsere Kunden wirtschaftlich erfolgreich?

Nachhaltigkeit ist deshalb keine zusätzliche Agenda neben dem Bankgeschäft. Sie ist eine zeitgemäße Ausprägung des genossenschaftlichen Förderauftrags. Mitgliederförderung richtet den Blick immer auch auf Zukunftsfähigkeit. Das heißt, wir finanzieren nicht nur das, was bereits „grün“ ist. Wir begleiten unsere Kunden auf dem Weg dorthin.

Nachhaltigkeitsdaten sind Entscheidungsdaten

Nachhaltigkeitsdaten dürfen nicht zum Selbstzweck werden. Proportionalität bleibt wichtig. Banken und Kunden brauchen keine immer umfangreicheren Abfragen, sondern Informationen, die für eine Kreditentscheidung und die Portfoliosteuerung tatsächlich etwas leisten. Ohne diese Informationen bleibt Risikosteuerung unscharf. Wer beispielsweise den energetischen Zustand seines Immobilienportfolios nicht kennt, erkennt mögliche Wertveränderungen zu spät. Wer bei Firmenkunden keine Hinweise auf Transformationsbedarf, Energieabhängigkeit, Klimarisiken, Nachfolgeplanung, Fachkräftesituation, Lieferkettenabhängigkeiten oder Governance-Strukturen hat, kann Risiken schwerer einordnen und Beratungsanlässe schlechter nutzen.

Daten ersetzen zwar nicht das bankfachliche Urteil. Aber sie verbessern das Lagebild, auf dessen Grundlage dieses Urteil getroffen wird.

Insbesondere sind physische Risiken kein abstraktes Thema für ferne Regionen. Starkregen, Hitze, Wasserverfügbarkeit, Standortbelastungen oder Fragen der Versicherbarkeit können regionale Immobilien- und Firmenkundenportfolios unmittelbar betreffen. Gerade deshalb braucht es Daten, die nicht nur gesammelt, sondern verstanden und für Entscheidungen genutzt werden.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) braucht es einen einfachen und anschlussfähigen Datenstandard. Der freiwillige Nachhaltigkeitsstandard für KMU – inzwischen als VS bezeichnet – kann hierfür ein wichtiger Bezugspunkt sein. Er unterstützt den Kreditprozess, ohne neue Berichtspflichten durch die Hintertür zu schaffen. Nicht maximale Datentiefe ist gefragt, sondern die richtige Information für die jeweilige Entscheidung. Relevante Nachhaltigkeits- und Transformationsinformationen gehören deshalb schrittweise in die bestehenden Prozesse: Kreditentscheidung, Scoring/Rating, Sicherheitenbewertung, Portfoliosteuerung und Kundenberatung.

Immobilien und Sicherheiten

Wie wichtig die Übersetzung von Daten in bankfachliche Entscheidungen ist, zeigt sich deutlich bei Immobilien. Sie bilden in vielen Genossenschaftsbanken eine wichtige Säule der Besicherung von Realkrediten. Ihr Wert hängt heute schon – und künftig noch stärker – vom energetischen Zustand ab.

Die energetische Qualität eines Gebäudes ist längst mehr als ein technisches Detail. Sie beeinflusst Betriebskosten, Vermietbarkeit, Modernisierungsbedarf und zunehmend auch die Marktgängigkeit. Für Banken wird sie zu einer Frage der Werthaltigkeit von Realkreditsicherheiten. Bleiben notwendige Sanierungen aus, werden Wertabschläge wahrscheinlich. Gut geplante Modernisierungen können Vermögenswerte dagegen stabilisieren. Die Finanzierung energetischer Sanierungen ist damit auch ein Beitrag zum Werterhalt von Sicherheiten.

Transformationsfinanzierung ist Kundengeschäft

Das Immobilienbeispiel zeigt, was für viele Bereiche der Wirtschaft gilt. Veränderungsdruck wird zu Investitionsbedarf. Wo Investitionsbedarfe entstehen, sind Genossenschaftsbanken als Finanzierungspartner gefragt. Energetische Gebäudesanierung, Energieeffizienz in Unternehmen, Lade- und Speicherinfrastruktur, Vorgaben für die Landwirtschaft sowie Anpassungen an Hitze, Starkregen oder veränderte Standortbedingungen erfordern erhebliche Investitionen.

Viele dieser Investitionen finden nicht abstrakt „im Markt“ statt, sondern vor Ort bei den Kunden genossenschaftlicher Institute, also bei mittelständischen Unternehmen, privaten Immobilienbesitzern, Kommunen und regionalen Unternehmen.

Dabei geht es nicht immer nur um eine klassische Finanzierung. Häufig entstehen Lösungen im Zusammenspiel von Beratung, Fördermitteln, Verbundpartnern und konkreten Angeboten rund um Energie, Wohnen und regionale Infrastruktur.

Hier können Genossenschaftsbanken ihre Stärken ausspielen: Die Nähe zum Kunden, die Kenntnis der regionalen Märkte, langfristige Beziehungen und die Fähigkeit, Investitionen gemeinsam mit den Kunden wirtschaftlich einzuordnen. Es geht häufig nicht um eine einzelne Finanzierung, sondern um die Frage, welche Schritte in welcher Reihenfolge sinnvoll und tragfähig sind.

Der Begriff „Transition Finance“ beschreibt diese Aufgabe gut, klingt aber technischer, als er in der Praxis ist. Im Kern geht es um etwas sehr Genossenschaftliches: Es wird nicht nur der fertige Zielzustand finanziert. Genossenschaftsbanken finanzieren vielmehr den Weg dorthin. Viele Kunden sind heute noch nicht dort, wo sie in einigen Jahren sein müssen. Aber sie können dorthin kommen, wenn Investitionen verlässlich strukturiert, finanziert und begleitet werden.

Dafür braucht es Beratung, Fördermittelkompetenz und den genossenschaftlichen Verbund mit spezialisierten Partnern, Finanzierungslösungen und fachlicher Unterstützung. Für die Genossenschaftsbanken entsteht daraus ein doppelter Nutzen. Sie können Kunden in einer wichtigen Investitionsphase begleiten und zugleich die Zukunftsfähigkeit ihres eigenen Kreditportfolios stärken.

Klarheit in der Kommunikation

Auch die Kommunikation verändert sich. Allgemeine Nachhaltigkeitsversprechen ohne belastbare Grundlage werden rechtlich und reputativ riskant. Mit den neuen Regelungen im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) sind die Anforderungen an ökologische Werbeaussagen gestiegen. Sie müssen künftig klar, nachvollziehbar und belegbar sein.

Für die genossenschaftliche FinanzGruppe ist das gut anschlussfähig. Eine Kommunikation, die transparent, maßvoll und faktenbasiert bleibt, passt zu unserem Selbstverständnis. Vertrauen entsteht nicht durch grüne Begriffe, sondern durch belegbare Substanz. Belegbare Kommunikation ist eine rechtliche Anforderung. Und sie stärkt das Vertrauen, von dem Genossenschaftsbanken leben.

Gemeinsamer Rahmen für dezentrale Entscheidungen

In der dezentral organisierten genossenschaftlichen FinanzGruppe hilft übergreifende fachliche Orientierung, ohne die Entscheidung vor Ort zu ersetzen. Der BVR ordnet regulatorische Anforderungen ein, unterstützt praxistaugliche Standards und setzt sich für Rahmenbedingungen ein, die Transformation ermöglichen, ohne die Banken durch unnötige Komplexität zu belasten.

Dabei bleibt Proportionalität zentral. Nachhaltigkeitsrisiken gehören in ein gutes Risikomanagement. Sie dürfen aber nicht zu zusätzlichen und überschneidenden Bürokratie- oder Kapitalanforderungen führen. Proportionalität bedeutet Vereinfachung in der Form, nicht Verzicht auf die Sache.

Gleichzeitig geht es um konkrete Unterstützung der Institute. Ein zentrales Medium ist das Nachhaltigkeits-Portal der genossenschaftlichen FinanzGruppe, das von DG Nexolution bereitgestellt wird. Dort finden Genossenschaftsbanken Instrumente, wie den Reifegradfächer, das Nachhaltigkeits-Cockpit sowie Umsetzungshilfen und Verbundlösungen für die Bearbeitung von Nachhaltigkeitsthemen im Bankalltag (siehe dazu auch den Artikel auf Seite 40).

Nachhaltigkeit als Beitrag zu Resilienz

Nachhaltigkeit ist nicht weniger wichtig geworden. Sie sollte nur anders eingeordnet werden. Wenn ESG vor allem als Berichts- und Nachweisthema verstanden wird, bleibt der Nutzen für die Banken begrenzt. Besonders wirksam werden Nachhaltigkeitsinformationen dort, wo sie in bankfachliches Steuerungswissen einfließen, also in Kreditentscheidungen, Sicherheitenbewertung, Portfoliosteuerung und Kundenbegleitung.

Für Genossenschaftsbanken ist das eine anspruchsvolle, aber vertraute Aufgabe. Sie waren nie nur Kapitalgeber, sondern immer auch Partner in Veränderungsphasen. Heute zeigt sich diese Partnerschaft darin, Kunden bei Investitionen in Energieeffizienz, neue Technologien, stabile Geschäftsmodelle und werthaltige Vermögenswerte zu begleiten. So wird Nachhaltigkeit zu einem Stabilitätsfaktor für Kunden, Banken und Regionen. Nähe, Urteilskraft und Verantwortung waren immer Stärken der Genossenschaftsbanken. Diese Stärken werden auch jetzt wieder gebraucht.

Auf einen Blick

Entlastung richtig einordnen

Weniger Berichtspflichten bedeuten nicht weniger Risiko. Physische und transitorische Risiken wirken weiter.Anpassungsdruck bleibt

Aufgeschobene Investitionen können kurzfristig Liquidität schonen, mittelfristig aber Ertragskraft, Bonität und Wettbewerbsfähigkeit belasten.

Nachhaltigkeit betriebswirtschaftlich verstehen

Nachhaltigkeit ist kein moralischer Maßstab, sondern Teil der Analyse von Risiken, Cashflows, Sicherheiten und Zukunftsfähigkeit.

Nachhaltigkeitsdaten sind Entscheidungsdaten

Daten ersetzen kein bankfachliches Urteil, verbessern aber das Lagebild für Kreditentscheidungen, Sicherheitenbewertung, Portfoliosteuerung und Kundenbegleitung.

Kernbotschaft

„Nachhaltigkeit ist deshalb keine zusätzliche Agenda neben dem Bankgeschäft. Sie ist eine zeitgemäße Ausprägung des genossenschaftlichen Förderauftrags.“ Philipp Schultheiß, Leiter der Abteilung Grundsatzfragen beim BVR in Berlin

 

BI 10_2026 BankInformation 10/2026:
Nachhaltigkeit weiterdenkenAus dem InhaltNachhaltigkeit als Stabilitätsfaktor
Warum Nachhaltigkeitsrisiken Kreditentscheidungen verändern.
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Die energetische Qualität eines Gebäudes ist längst mehr als ein technisches Detail, denn für Banken wird sie zu einer Frage der Werthaltigkeit von Realkreditsicherheiten
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Philipp Schultheiß

Leiter der Abteilung Grundsatzfragen beim BVR in Berlin



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