Genossenschaftsverband Bayern
125. GVB-Verbandstag: 900 Teilnehmer diskutieren Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft des Genossenschaftsmodells
München | 16.07.2026 | Genossenschaftsverband Bayern e.V.
Genossenschaften als Motor für die Zukunft

Der 125. Verbandstag des GVB verdeutlicht die Rolle der Genossenschaften als wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stabilitätsfaktor in einem zunehmend herausfordernden Umfeld und unterstreicht den Bedarf an innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen.

Die bayerischen Genossenschaften haben beim 125. Verbandstag des GVB ihre Zukunftsfähigkeit, ihren Gestaltungswillen und ihre Verantwortung für Wirtschaft und Gesellschaft betont. Zugleich forderten die Verantwortlichen bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, um Mittelstandsfinanzierung, Wohnungsbau, Energiewende und digitale Transformation wirksam voranzubringen.

  • Rund 900 Vertreterinnen und Vertreter aus Genossenschaften, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nahmen teil
  • Genossenschaften sehen sich als Stabilitäts- und Orientierungsgeber in unsicheren Zeiten
  • Stefan Müller fordert weniger Bürokratie und mehr unternehmerische Freiräume
  • Genossenschaften wollen ihren Beitrag zu Mittelstandsfinanzierung, Wohnungsbau und Energiewende ausbauen
  • Politikwissenschaftler Stephan Bierling analysierte aktuelle geopolitische Herausforderungen für Deutschland und Europa
  • Geno-Stammtisch diskutierte Wettbewerbsfähigkeit, digitale Transformation und genossenschaftliche Geschäftsmodelle

Die bayerischen Genossenschaften haben beim 125. Verbandstag des GVB ihre Zukunftsfähigkeit, ihren Gestaltungswillen und ihre Verantwortung für Wirtschaft und Gesellschaft hervorgehoben. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen notwendig sind, um zentrale Zukunftsaufgaben erfolgreich zu bewältigen.

Starke genossenschaftliche Gemeinschaft

In einer Zeit anhaltender geopolitischer Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und tiefgreifender Veränderungen haben die bayerischen Genossenschaften Zuversicht und Gestaltungswillen demonstriert. Anlass war der 125. Verbandstag des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) auf dem Münchner Nockherberg, auf dem rund 900 Vertreterinnen und Vertreter der genossenschaftlichen Gruppe sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenkamen.

Gerhard Walther, Vorsitzender des GVB-Verbandsrats und ehrenamtlicher Verbandspräsident, bezeichnete den Verbandstag als sichtbares Zeichen der Stärke des genossenschaftlichen Verbunds: „Zum 125. Mal bringt die bayerische Genossenschaftsorganisation Menschen zum Verbandstag zusammen, die Verantwortung übernehmen und ihre Regionen gestalten. Diese Verbindung ist ein wesentlicher Grund dafür, warum Genossenschaften auch in schwierigen Zeiten Stabilität und Orientierung geben können.“

Zukunftsfähigkeit des Genossenschaftsmodells

GVB-Präsident und Vorstandsvorsitzender Stefan Müller stellte die Zukunftsfähigkeit des genossenschaftlichen Modells heraus. Gerade in Zeiten großer Umbrüche seien Organisationen gefragt, die langfristig denken, Verantwortung übernehmen und nah an den Menschen bleiben.

„Genossenschaften liefern Antworten auf die Fragen von heute und morgen. Sie finanzieren Unternehmen, sichern regionale Wertschöpfung, schaffen Wohnraum, organisieren Versorgung und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Stärken müssen wir selbstbewusst zeigen“, forderte er.

Forderung nach besseren Rahmenbedingungen

Zugleich mahnte Müller bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen an. Deutschland brauche mehr Vertrauen in Unternehmertum: „Nicht zusätzliche Vorschriften machen unser Land wettbewerbsfähiger. Was wir brauchen, ist weniger Bürokratie, bessere Regulierung und mehr Freiräume für diejenigen, die Verantwortung übernehmen und investieren wollen.“

Die Genossenschaften seien bereit, einen noch größeren Beitrag zur Bewältigung zentraler Zukunftsaufgaben zu leisten – von der Finanzierung des Mittelstands über den Wohnungsbau bis hin zur Energiewende. Dafür brauche es jedoch politische Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen statt ausbremsen. „Wir haben in vielen Bereichen die Lösungen bereits entwickelt. Jetzt geht es darum, Hindernisse abzubauen und unternehmerische Initiative wieder stärker zu ermöglichen“, sagte Müller.

Geopolitische Herausforderungen im Fokus

Den größeren Rahmen, in dem Politik und Wirtschaft dieser Tage agieren, zog der Regensburger Politikwissenschaftler Stephan Bierling in seinem Festvortrag. Darin analysierte der Professor für internationale Politik die Folgen der aktuellen geopolitischen Umbrüche für Deutschland und Europa. „Der Angriff Putins, Xis und Trumps auf die liberale internationale Ordnung trifft Deutschland ins Mark. Wir haben mehr profitiert von Freihandel und US-Verteidigungsgarantie als jedes andere Land der Erde. Und wir sind auf die böse neue Welt nicht vorbereitet, nicht sicherheitspolitisch, nicht ökonomisch, nicht mental.“

Austausch zu Wettbewerbsfähigkeit und Transformation

Warum auch auf diese Herausforderung Genossenschaften eine Antwort sein können, diskutierten Erich Lehmair (HVG), Julia Graeber (Vedes), Ulrike Brouzi (DZ BANK) und Müller am anschließenden Geno-Stammtisch. Sie tauschten sich über die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland, digitale Transformation und die Zukunft genossenschaftlicher Geschäftsmodelle aus.

Genossenschaften als Motor für die Zukunft

Der Verbandstag machte deutlich: Genossenschaften warten nicht auf politische oder gesellschaftliche Impulse – sie gestalten Veränderung aktiv mit. Ob Mittelstandsfinanzierung, Energieversorgung, Digitalisierung oder gesellschaftlicher Zusammenhalt: Das genossenschaftliche Modell verbindet wirtschaftliche Stärke mit Verantwortung für die Regionen und bleibt damit ein verlässlicher Motor für die Zukunft Bayerns und Deutschlands.

(C) GVB
„Der Angriff Putins, Xis und Trumps auf die liberale internationale Ordnung trifft Deutschland ins Mark. Wir haben mehr profitiert von Freihandel und US-Verteidigungsgarantie als jedes andere Land der Erde." Der Regensburger Politikwissenschaftler Stephan Bierling
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„Genossenschaften liefern Antworten auf die Fragen von heute und morgen. Sie finanzieren Unternehmen, sichern regionale Wertschöpfung, schaffen Wohnraum, organisieren Versorgung und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Stärken müssen wir selbstbewusst zeigen“. GVB-Präsident und Vorstandsvorsitzender Stefan Müller
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„Zum 125. Mal bringt die bayerische Genossenschaftsorganisation Menschen zum Verbandstag zusammen, die Verantwortung übernehmen und ihre Regionen gestalten. Diese Verbindung ist ein wesentlicher Grund dafür, warum Genossenschaften auch in schwierigen Zeiten Stabilität und Orientierung geben können.“ Gerhard Walther, Vorsitzender des GVB-Verbandsrats
(C) GVB
Erich Lehmair (HVG), Julia Graeber (Vedes), Ulrike Brouzi (DZ BANK) und Müller am Geno-Stammtisch
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